Ein Wort an die Familie

Ihr Frauen, ordnet euch euren Männern unter, wie sich’s gebührt im Herrn! Ihr Männer, liebt eure Frauen und seid nicht bitter gegen sie! Ihr Kinder, seid gehorsam euren Eltern in allem, denn das ist dem Herrn wohlgefällig! Ihr Väter, erbittert eure Kinder nicht, damit sie nicht unwillig werden! (Kolosser 3,18-21)

Durch Gott inspiriert schrieb der Apostel Paulus an die Christen darüber, wie sie ein Leben im Geist führen sollen. In diesem Abschnitt wendet er das Leben im Geist auf die christliche Familie an. Es gibt spezielle Dinge für christliche Ehemänner, Ehefrauen, Kinder und Eltern, die sie beachten sollen, wenn sie danach trachten, ein Leben zur Ehre Jesu zu führen.

Wir sollten diese Dinge aber nicht als die einzige Botschaft sehen, die Gott für christliche Familien hat. Es gibt noch viel mehr, besonders in den allgemeinen Anweisungen, die Gott in Bezug auf das Leben im Geist gibt. Wenn wir einfach nur treuer unsere christlichen Leben führten, würden wir sicher viel besser in den Familien zurecht kommen. Hier in Kolosser 3,18-21 lesen wir dies:

Die Ehefrauen sollen sich unterordnen. Bei der Unterordnung geht es in keiner Weise darum, dass einer besser, schlauer oder talentierter ist als der andere. Es ist eine von Gott bestimmte Ordnung. Männer und Frauen haben absolut den gleichen Stand vor Gott (wie in Galater 3,28), doch Gott bestimmt einzelne Rollen und Funktionen. Diese Unterordnung wird nicht gefordert, sondern getan, weil sie dem Herrn entspricht.

Das Wort für die Ehemänner ist Liebe. In einer christlichen Ehe sichert das die Anweisung für die Frau ab. Auch wenn die Frauen sich ihren Männern unterordnen sollen, darf der Mann sich niemals als Tyrann über seine Frau erheben. Die Leitung des Ehemannes zuhause muss eine Leitung voller Liebe sein.

Das Wort für die Kinder ist Gehorsam. Kinder, die noch im Haushalt ihrer Eltern und unter deren Autorität leben, müssen nicht nur ihren Vater und ihre Mutter ehren (wie in Epheser 6,2 steht), sondern sie müssen ihnen auch in allen Dingen gehorchen.

Die Eltern sollen nicht erbittern. Die Kinder haben die Verantwortung zu gehorchen, doch die Eltern haben die Verantwortung, ihre Kinder nicht zu erbittern. Eltern können ihre Kinder erbittern, indem sie zu streng, zu fordernd, zu kontrollierend sind, nicht vergeben oder einfach nur zornig sind. Diese Strenge kann sich durch Worte, durch Taten oder durch non-verbale Kommunikation zeigen.

In all dem sollte uns ein Punkt auffallen, den man manchmal übersieht. All das zeigt, dass Gott deine Familie wichtig ist. Im Moment mag deine Familie ein Segen oder eine Last für dich sein, doch egal wie, Gott kümmert es. Mit diesem Wissen kannst du beten und mutig gehorsam sein, da es deinen Glauben mit jedem Schritt stärkt.

Tut alles

Und was immer ihr tut in Wort oder Werk, das tut alles im Namen des Herrn Jesus und dankt Gott, dem Vater, durch ihn. (Kolosser 3,17)

Durch Seine Gnade sind wir neue Menschen in Jesus Christus. Dieselbe Macht, die Jesus von den Toten auferweckte, wirkt in dem Gläubigen und bringt ihm ein neues Leben und ein neues Herz. Die Veränderungen des neuen Lebens passieren nicht auf einmal, und sie sind, bis wir verherrlicht im Himmel sind, nicht vollendet.

Der neue Mensch braucht Anweisungen. Er will lernen und instinktiv Gott gehorchen, also will er gelehrt werden. Darum gibt die Bibel dem neuen Menschen praktische Anweisungen, wie wir leben sollen – was man tun sollte und was nicht.

Hin und wieder lesen wir eine wunderbare Zusammenfassung, etwas, an das man sich leicht erinnern kann, als festen Leitsatz, wie man als neuer Mensch in Jesus Christus leben sollte. Kolosser 3,17 ist eine solche Zusammenfassung.

Zuerst steht dort was immer ihr tut. Das deckt alles ab; jedes gesprochene Wort, jede Tat. Gott ist das alles wichtig.

Gott will, dass wir folgendes mit jedem Wort und jeder Tat tun: tut alles im Namen des Herrn Jesus. Einfach ausgedrückt: der neue Mensch lebt sein Leben, sein ganzes Leben, für Jesus. Er hat nur Interesse daran, Dinge zu tun, die dem Charakter, der Ehre und dem Herzen von Jesus entsprechen. Der neue Mensch möchte nur Dinge tun, die Jesus gutheißen würde.

Das gibt uns eine Richtlinie für die schweren Entscheidungen, denen wir manchmal gegenüber stehen. Wir fragen uns, ob dieses oder jenes erlaubt ist. Stell dir die Frage: „Könnte Jesus das unterschreiben? Kann ich das im Namen des Herrn Jesus tun?“ Wenn du das auf jedes Wort, das du sprichst, und jede Tat, die du tust, anwendest, ist das eine gute Richtlinie.

Das kannst du nur wissen, wenn du etwas von Jesus weißt, und der einzig verlässliche Ort etwas über Jesus zu lernen, ist Gottes Wort, insbesondere die vier Evangelien. Je besser du Jesus durch Sein Wort kennst, desto besser wirst du in der Lage sein, alles, was du in Wort und Tat tust, in Seinem Namen zu tun.

Sicher wirst du es manchmal falsch machen. Doch selbst dann wird Gott dein Herz sehen und ehren, wenn es dein Ziel war, alles im Namen des Herrn Jesus zu tun und zu sagen.

Der letzte Aspekt, über den man nachdenken sollte, ist, dass wir bei allem, was wir tun, Gott, dem Vater, durch ihn danken sollen. Wir reden und handeln mit einer Einstellung der Dankbarkeit gegenüber Gott und erinnern uns an das, was Er in der Vergangenheit getan hat und an Seine Verheißungen für die Zukunft. In der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft haben wir alle Grund, dankbar zu sein.

Friede regiert

Und der Friede Gottes regiere in euren Herzen; zu diesem seid ihr ja auch berufen in einem Leib; und seid dankbar! (Kolosser 3,15)

Was regiert in deinem Herzen?

Bei einigen Menschen regiert Zorn in ihrem Herzen. Bei anderen ist es Leidenschaft. Und bei einigen regiert die Bequemlichkeit im Herzen.

In Kolosser 3,15 sagt der Apostel Paulus den Gläubigen an Jesus, dass der Friede Gottes ihre Herzen regieren soll. Das ist eine wunderbare und bemerkenswerte Aussage.

Erstens ist es der Friede Gottes – nicht der Friede von Menschen, nicht der Friede des Aufgebens, nicht der Friede von Kompromissen. Gottes Friede ist sowohl der Friede, den Er hat als auch der Friede, den Er gibt. Gott lebt in vollkommenem Frieden. Er ist nicht ängstlich oder besorgt um etwas. Jesus gab uns das Geschenk von Gottes vollkommenem Frieden (Johannes 14,27), und durch den Glauben kann dieser Friede zu unserem werden und in unseren Herzen regieren.

Wenn der Friede in meinem Herzen regiert, kann ich mich von Gottes Frieden führen lassen, wenn es um Entscheidungen geht. Bei dem einen Weg spüren wir Gottes Frieden, während uns der andere beunruhigt. Wenn ich Gottes Frieden in keiner Richtung spüren kann, muss ich vielleicht noch abwarten.

Das kann für den Einzelnen zutreffen, wenn eine Person sich einer Richtung durch das Spüren von Gottes Frieden sicher ist. Doch der Gedanke hier ist viel größer als die einzelne Person. Achte darauf, dass Paulus von den Herzen in der Mehrzahl spricht. Damit meint er, dass die Herzen zusammen sind, nicht einzeln.

Mehr noch – Paulus fügt hinzu, dass wir in einem Leib berufen sind. Wenn Gott uns als einen Leib beruft, beruft Er uns zusammen in Frieden. Wenn der Friede unter uns regiert, dann heißt das, dass dieser Friede die Gemeinschaft von Gottes Kindern charakterisieren soll. Wenn wir als Gruppe und durch Zorn und Streit auszeichnen, oder durch Konflikte und Verwirrung, dann ist das nicht Gottes Friede.

Wenn die Leute sich unsere Gemeinden und christliche Versammlungen anschauen, dann sollten sie sagen können: „Schau dir den Frieden unter diesen Menschen an. Der Friede Gottes regiert hier.“

Also wenn irgendetwas anderes dein Herz regiert, dann sag ihm, es soll auf Seite gehen. Zorn, Leidenschaft oder Bequemlichkeit sollen nicht länger dein Herz regieren. Wenn die Macht des gekreuzigten und auferstandenen Jesus dein Leben erfüllt, wird der Friede Gottes regieren. Und wie Paulus am Ende von Kolosser 3,15 schrieb: das ist etwas, wofür man dankbar sein muss.

Zieht die Liebe an

Über dies alles aber zieht die Liebe an, die das Band der Vollkommenheit ist. (Kolosser 3,14)

In Kolosser 3 schrieb der Apostel Paulus über schlechtes Verhalten, das wir ablegen sollen: Unzucht, Unreinheit, Leidenschaft, böse Lust und Habsucht, die Götzendienst ist (Kolosser 3,5) und Zorn, Wut, Bosheit, Lästerung, hässliche Redensarten (Kolosser 3,8). Dann schrieb er über gutes Verhalten, das Christen anziehen sollen: herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Langmut; ertragt einander und vergebt einander (Kolosser 3,12-13).

Und danach schrieb Paulus diesen bemerkenswerten Satz: Über dies alles zieht die Liebe an, die das Band der Vollkommenheit ist. Achte auf diese Worte: über dies alles.

Du hast Unzucht und böse Lust abgelegt – wunderbar! Hast du die Liebe angezogen?

Du hast Zorn und hässliches Reden abgelegt – was für ein Segen! Hast du die Liebe angezogen?

Du hast Freundlichkeit und Demut angezogen – Preis sei Gott! Hast du die Liebe angezogen?

Egal was sonst in deinem Leben ist, wenn wir keine Liebe haben, fehlt uns das Wichtigste. Man kann auch sagen, dass die Liebe die Zusammenfassung aller Dinge ist, die in Kolosser 3 beschrieben werden. Die Liebe erfüllt vollkommen, was Gott für Beziehungen vorgibt.

Wenn wir wahrhaftig die Liebe verfolgen, werden wir auch all den anderen Dingen folgen. Die Liebe führt uns. Doch wenn wir diesen anderen Werten ohne die Liebe folgen, werden diese Dinge verdreht und unausgewogen.

Durch den Heiligen Geist inspiriert war Paulus mutig genug, die Liebe das Band der Vollkommenheit zu nennen. Der Gedanke, der hier hinter Band steht, ist so etwas wie eine Kette oder ein Seil, das uns zusammen bindet. Die Liebe bindet uns an Gott und aneinander, und das auf vollkommene Weise. Wir brauchen die Liebe als Band, das uns verbindet, indem sie uns an Gott und aneinander bindet.

Also zieht die Liebe an.

Zieh Gottes Liebe zu dir an; das ist das Fundament von allem.

Zieh deine Liebe zu Gott an, die eine Reaktion auf Gottes Liebe zu dir ist.

Zieh die Liebe an, die Er dir für deine Brüder und Schwestern in Jesus gibt.

Zieh die Liebe an, die Er für die verlorene, bedürftige Welt hat.

Das ist das Band der Vollkommenheit.

 

Vergebt einander, wie Christus euch vergeben hat

Ertragt einander und vergebt einander, wenn einer gegen den anderen zu klagen hat; gleichwie Christus euch vergeben hat, so auch ihr. (Kolosser 3,13)

Es ist eins der schwersten Dinge im Leben – jemandem wirklich vergeben, was er dir angetan hat. Das kann besonders schwierig sein, wenn derjenige, der dich verletzt hat, ein Bruder oder eine Schwester in Jesus Christus ist. Doch Gott gebietet Seinen Kindern zu vergeben, ganz besonders einander zu vergeben.

Um uns zu zeigen wie wir vergeben sollen, gibt Gott uns ein Beispiel: gleichwie Christus euch vergeben hat, so auch ihr. Wenn man versteht, wie Christus uns vergeben hat, macht uns das großzügiger in Bezug auf Vergebung.

Jesus erzählte ein Gleichnis darüber in Matthäus 18,21-35. Darin geht es darum, dass jemand, dem vergeben wurde, die Pflicht hat, anderen zu vergeben. Einfach ausgedrückt: Jesus hat uns vergeben, also haben wir die Pflicht, anderen zu vergeben.

Wenn man darüber nachdenkt, wie Christus euch vergeben hat, macht uns das großzügiger darin, anderen zu vergeben.

Gott streckt sich nach schlechten Menschen aus, um ihnen zu vergeben; der Mensch hat die Angewohnheit einer Person mit schlechtem Charakter nicht zu vergeben.

Gott macht den ersten Schritt auf uns zu, um zu vergeben; der Mensch hat die Angewohnheit, nur dann zu vergeben, wenn der andere das auch wirklich will und den ersten Schritt macht.

Gott vergibt immer wieder, weil Er weiß, dass wir immer wieder sündigen, manchmal sogar auf genau dieselbe Weise. Der Mensch hat die Angewohnheit, nur dann zu vergeben, wenn der andere verspricht, das, was er getan hat, niemals wieder zu tun.

Gottes Vergebung ist so vollständig und herrlich, dass Er dem Sünder die Adoption anbietet. Der Mensch hat die Angewohnheit, dass er, selbst wenn er vergeben hat, dem anderen niemals eine wichtige Stellung oder eine Partnerschaft anbietet.

Gott ertrug die ganze Strafe für die Sünden gegen Ihn. Der Mensch hat die Angewohnheit, nur dann zu vergeben, wenn der andere für seine Vergehen bezahlt hat.

Gott streckt sich nach den Menschen aus, um ihnen zu vegeben, selbst wenn diese Ihn immer wieder zurückweisen. Der Mensch hat die Angewohnheit, bei Zurückweisung nicht zu vergeben.

Gott verlangt keine Probezeit, um danach zu vergeben. Der Mensch hat die Angewohnheit, jemandem erst nach einer Probezeit zu vergeben.

Gottes Vergebung bietet vollkommene Wiederherstellung und Ehre: Der Mensch hat die Angewohnheit, sich selbst zu beglückwünschen, wenn er den anderen, der gesündigt hat, nur toleriert.

Diese Tiefe der Vergebung können wir nur praktizieren, wenn die Macht Jesu in uns und durch uns fliesst. Gibt es jemanden, dem du nicht vergeben hat, insbesondere ein Bruder oder eine Schwester in Jesus? Erhalte die Vergebung von Jesus, erhalte Seine Kraft und Liebe, und vergib ihnen in dem mächtigen Namen Jesu. Das ist nicht nur das Beste für sie; es ist das Beste für dich.

Die Gemeinschaft der neuen Menschen in Jesus

So zieht nun an als Gottes Auserwählte, Heilige und Geliebte herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Langmut; ertragt einander und vergebt einander, wenn einer gegen den anderen zu klagen hat; gleichwie Christus euch vergeben hat, so auch ihr. (Kolosser 3,12-13)

In Kolosser 3 schreibt der Apostel Paulus über das erstaunliche Werk, dass Gott Seine Kinder in Jesus Christus neu macht. Wir müssen den alten Menschen, der nach dem Muster von Adam gemacht ist, ablegen und unsere neue und wahre Identität anziehen: den neuen Menschen, nach dem Muster von Jesus Christus.

Das ist ein individuelles Geschehen, das Stück für Stück passiert. Diese neuen Männer und Frauen in Jesus leben zusammen in Gottes Familie, und das heißt, sie müssen lernen, wie Gott sich diese Gemeinschaft in Jesus vorstellt und wie man miteinander auskommt.

Paulus sagt, wenn wir den neuen Menschen anziehen, ziehen wir auch herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanfmut, Langmut an. Jede dieser Eigenschaften hier drückt sich in Beziehungen aus. Ein wichtiges Maß für unser christliches Leben findet man ganz einfach darin, wie wir andere Menschen behandeln und in der Qualität unserer Beziehungen zu ihnen.

Paulus redet hier nicht von anderen Tugenden wie Leistung, Intelligenz, Fleiß oder harte Arbeit. Nicht weil diese Dinge nicht wichtig wären – das sind sie. Doch Gott wollte zuerst davon sprechen, wie wir mit unseren Brüdern und Schwestern in Jesus auskommen.

So zieht nun an herzliches Erbarmen. Wenn etwas herzlich ist, berührt es das Herz. Gott will, dass wir sensibel miteinander umgehen, inbesondere wenn es darum geht, Barmherzigkeit zu zeigen.

So zieht nun an Freundlichkeit. Das spricht von der Einstellung, für die das Wohl meines Nächsten genauso wichtig ist, wie mein eigenes. Sie führt keinen rauen Umgangston und versucht die Dinge für andere leichter zu machen, nicht noch schwerer.

So zieht nun an Demut, Sanfmut, Langmut. Die Handlungen einer demütigen Person anderen gegenüber zeichnen sich durch Sanftmut aus, das heißt man dominiert nicht, manipuliert nicht, zwingt niemanden zu seinem eigenen Vorteil, selbst wenn man die Macht und die Fähigkeit dazu hätte. Die Reaktionen eines demütigen Menschens zeichnen sich durch Langmut aus, das heißt, das man nicht ungeduldig oder ärgerlich wird gegenüber den Schwächen und Sünden anderer.

In all dem ertragt einander. Wir geben einander nicht auf. Wir sind Familie, neuen Männer und Frauen zusammen berufen in Seine Familie. Man könnte in die Versuchung geraten, sie für Fremde zu halten, aber wir sind Familie, alle zusammen von Jesus auserwählt.

Neue Männer und neue Frauen können nur miteinander auskommen, wenn wir den alten Menschen ablegen und den neuen anziehen und wie die neuen Menschen leben, zu denen Gott uns gemacht hat. Lass dies diese Woche dein Wunsch und dein Gebet sein.

Put On The New Man from Colosians 3

Zieht an

Und den neuen angezogen habt, der erneuert wird zur Erkenntnis, nach dem Ebenbild dessen, der ihn geschaffen hat; wo nicht Grieche noch Jude mehr ist, weder Beschneidung noch Unbeschnittenheit, noch Barbar, Skythe, Knecht, Freier – sondern alles und in allen Christus. (Kolosser 3,10-11)

In den vorangegangenen Versen hat Paulus den Christen von Dingen erzählt, die sie ablegen sollen – die gottlosen und sündigen Verhaltensweisen, die ihr altes Leben ausmachten. Wir sollen diese Dinge ablegen wie alte, fleckige Klamotten.

Aber etwas ablegen ist unvollständig, wenn nicht wieder etwas angezogen wird. Darum erzählt uns Paulus, dass wir den neuen Menschen anziehen sollen. Wieder benutzt Paulus einen Ausdruck, der für das Wechseln von Kleidung gebraucht wurde. Man kann sich fast einen Menschen vorstellen, der den alten Menschen auszieht und den neuen Menschen in Jesus anzieht. Wenn wir also den „Anzug“ des neuen Menschen anziehen, wie sieht dieser aus?

Erstens ist der neue Mensch erneuert zur Erkenntnis. Das heißt, dass der neue Mensch hungrig danach ist, zu wissen, was Gott in Seinem Wort sagt.

Als nächstes ist der neue Mensch ein Ebenbild dessen, der ihn geschaffen hat. Paulus hatte hier ganz klar 1. Mose 1,27 im Kopf, wo steht, dass Gott Adam nach Seinem Bild erschuf. Trotzdem wird der erste Adam als der alte Mensch betrachtet, den man ablegen sollte, denn nun sind wir nach dem Bild des zweiten Adams – Jesus Christus – erschaffen.

Weil jeder in der Familie Gottes ein neuer Mensch ist, ein Ebenbild dessen, der ihn erschaffen hat, sind wir auf eine Art alle gleich. Darum schreibt Paulus: wo nicht Grieche noch Jude mehr ist, weder Beschneidung noch Unbeschnittenheit, noch Barbar, Skythe, Knecht, Freier. Der neue Mensch ist Teil einer Familie, die keine Rasse, keine Nationalität, keine Klasse, keine Kultur bevorzugt. Sie bevorzugt nur Jesus, denn in dieser neuen Familie ist alles und in allen Christus.

Die wunderbare Wahrheit ist, dass das Werk dieser neuen Schöpfung nicht nur um den alten Menschen geht und uns ein neues Vorbild in Jesus Christus gibt; es bricht auch die Mauern nieder, die die Menschen in der Gesellschaft voneinander trennen. Bei den neuen Menschen spielt es keine Rolle ob jemand Grieche oder Jude, beschnitten oder unbeschnitten, Skythe oder Sklave oder Freier ist. All diese Grenzen sind weg.

In der antiken römischen Welt waren das strenge Grenzen; und die Macht Gottes riss sie durch das Evangelium von Jesus Christus nieder. Damit brachte das Christentum etwas Wundervolles in die Welt – als neue Menschen gehören wir alle zu derselben Familie.

Man könnte sagen, es ist ein vierstufiger Prozess:

  1. Durch den Glauben an Jesus legt man den alten Menschen in Form des rebellierenden Adams ab.
  2. Durch den Glauben an Jesus zieht man den neuen Menschen in Form des gehorsamen Jesus an.
  3. Man erneuert sich selbst durch die Erkenntnis, indem man Gottes Wort liest und darüber nachdenkt.
  4. Man lebt ganz bewusst als Teil einer „neuen Familie“.

Wenn du diese vier Dinge tust, könnte das die beste Woche werden, die du seit langer Zeit hattest!

 

Legt das ab

Jetzt aber legt ihr das alles ab – Zorn, Wut, Bosheit, Lästerung, hässliche Redensarten aus eurem Mund. Lügt einander nicht an, da ihr ja den alten Menschen ausgezogen habt mit seinen Handlungen. (Kolosser 3,8-9)

In den vorangegangenen Versen schrieb Paulus an die Christen über die Arten von Sünden, die sie aufgeben sollten und denen sie sich für tot halten sollten.

Paulus schrieb über Sünden, die wir normalerweise für berüchtigt halten – sexuelle Sünden und Habgier. Hier sehen wir, dass Paulus dachte, dass wir uns um mehr sorgen sollten, als nur die berüchtigten Sünden; wir sollten uns um alle Sünden sorgen, auch wenn wir glauben, dass sie „geringer“ sind.

Darum schrieb Paulus jetzt aber legt ihr das alles ab. Die Sünden, die Paulus hier auflistet (Zorn, Wut und so weiter) werden von vielen als „kleine“ Sünden gesehen, die viele Christen meinen gefahrlos übersehen können. Gott fordert uns heraus, den alten Menschen abzulegen, und zwar in jedem Bereich unseres Lebens.

Der Ausdruck ablegen ist genau der, der benutzt wird, wenn man davon spricht, einen Anzug oder Kleidung abzulegen. Als ob Paulus meinte: „Nun, da du zu Jesus gehörst, passen dir diese Sünden nicht mehr. Leg sie ab wie alte, schmutzige, schlecht sitzende Kleidung.“

Schau dir die Liste der Sünden an: Zorn, Wut, Bosheit, Lästerung, hässliche Redensarten und Lügen. Jede dieser Sünden geschieht in erster Linie durch das, was wir sagen. Wenn Paulus den Gläubigen zu tieferem Gehorsam aufruft, sagt er uns, dass wir unsere Zunge hüten sollen, wie es in Jakobus 1,26 und 3,1-9 steht.

Das andere, was an dieser Liste auffällt, ist, dass diese Sünden damit zu tun haben, wie wir miteinander umgehen. Wir werden wütend auf andere, wir wünschen anderen Böses und wir lügen einander an. So wie Paulus die Sünden in Kolosser 3,5-9 auflistet, zeigt er zwei hohe Prioritäten im Leben eines Christen auf: sexuelle Moral verbunden mit der richtigen Einstellung gegenüber materiellen Dingen, und einfach miteinander in Liebe umgehen.

Es passiert leicht, dass eine christliche Gemeinschaft hier und da Kompromisse macht, doch Paulus besteht darauf (inspiriert durch den Heiligen Geist), dass beides einen hohen Stellenwert im Leben eines Christen hat.

Da ihr ja den alten Menschen ausgezogen habt mit seinen Handlungen bedeutet, dass die Heiligen Gottes in Jesus Christus andere Menschen sind. Darum sollten wir, wenn wir uns zu Unmoral oder Zorn versucht fühlen, dies als unwillkommenen Eindringling sehen, der kein Recht hat, zu bleiben. Das echte Du ist der neue Mensch; der alte ist abgelegt.

 

Vergangenheit und Gegenwart

Tötet daher eure Glieder, die auf Erden sind: Unzucht, Unreinheit, Leidenschaft, böse Lust und die Habsucht, die Götzendienst ist; um dieser Dinge willen kommt der Zorn Gottes über die Söhne des Ungehorsams; unter ihnen seid auch ihr einst gewandelt, als ihr in diesen Dingen lebtet. (Kolosser 3,5-7)

In Kolosser 3,1-4 hat Paulus uns erzählt, dass Jesus Christus für den Christen nun das Leben ist, und dass wir mit Jesus auferweckt und mit Ihm zur Rechten Gottes sitzen. Im Lichte dessen sagt er den Gläubigen, dass wir unsere Glieder töten sollen, die die Dinge unseres Lebens darstellen und die unserer Identität in Jesus widersprechen.

Wir töten diese Dinge, indem wir sie ablehnen und sie für uns als tot erachten und uns als tot für sie. Wenn wir einem lustvollen Appetit nachgeben, geben wir ihm die Nahrung, die diesen weiter wachsen lässt. Wenn wir gottlose, sinnliche Begierden für tot erachten, geben wir ihnen keine Macht, unser Leben zu beeinflussen.

Dann listet Paulus viele spezifische Sünden auf, denen wir sterben sollen. Es ist wichtig, dass Paulus diese Sünden auflistet und benennt. Wir müssen uns ganz individuell mit solchen Gewohnheiten und Versuchungen befassen.

Paulus beginnt mit den sexuellen Sünden: Unzucht, Unreinheit, Leidenschaft und böse Lust. Sex ist ein wunderbares Geschenk von Gott, aber es wird oft verdorben und pervertiert. Christen müssen Jesus als Herrn über ihr ganzes Leben anerkennen, inklusive ihrer Sexualität.

Doch es sind nicht nur die sexuellen Sünden mit denen die Christen umgehen müssen. Paulus nennt auch die Habsucht. Der Wunsch nach immer mehr ist einfach, aber es ist nichts anderes als Götzendienst.

Campbell Morgan nennt drei Wege, wo Habsucht furchtbar zerstörerisch ist:

  • „Erstens ist es Götzendienst, bei dem der Mensch nur daran denkt, dass das Leben aus den Dingen besteht, die man besitzt und nicht in der richtigen Beziehung zu Gott“
  • „Es ist auch eine Sünde gegen andere, denn um seine Begierden zu stillen, wird anderen Unrecht getan“
  • „Und schließlich ist es selbstzerstörerisch, denn diese falschen Gedanken und Handlungen haben einen direkten Einfluß auf die Seele zu ihrem eigenen Verderben.“

Die aufgeführten Sünden sind Teil davon, wie diese Welt lebt und nicht wie Jesus lebte. Jeder Christ muss sich die Frage stellen: „Mit wem identifiziere ich mich? Mit der Welt oder mit Jesus? Denk daran: Wir werden mit Jesus Christus offenbar werden (Kolosser 3,4). Da Jesus niemals eine dieser Sünden begehen würde, tun wir das auch nicht.

Paulus hat erkannt, dass diese Sünden uns alle betrafen: unter ihnen seid auch ihr einst gewandelt. Diese Sünden beschreiben eine Welt der Rebellion gegen Gott und Gottes Zorn gegen sie, aber für den Christen sind sie Vergangenheit.

Paulus sagt, dass Christen einst in diesen Sünden wandelten. Es ist möglich – wenn auch tragisch – dass diese Sünden im Leben eines Christen hin und wieder vorkommen, aber sie dürfen nicht das Leben eines Christen kennzeichnen. Einfach gesagt: ein Christ sollte nicht wie die Söhne des Ungehorsams leben. Ein wahrer Christ kann sich nicht in gewohnheitsmäßiger Sünde wohlfühlen.

Glaube es: Als Jünger Jesu sind diese Sünden für dich Vergangenheit, und deine Gegenwart ist das Leben in Jesus Christus.